Der Fyraabig-Ziegel bzw. im Deutschen der Feierabendziegel geht auf eine bereits rund 600 Jahre alte Tradition der Ziegelbrenner zurück. ZZ führt diese Tradition schon seit Jahren fort und stellt jährlich einen neuen Fyraabig-Ziegel in limitierter Auflage her. Das diesjährige Motiv ist die Biene.
Feierabendziegel 2022
Es summt in der Grube
Der als Sediment ehemaliger Meere entstandene Ton – im Volksmund oft als Lehm bezeichnet – findet sich in unterschiedlichen Zusammensetzungen an verschiedenen Orten in unserem Land. Er wird in unmittelbarer Nähe der Verarbeitungswerke in Tongruben abgebaut.
Diese Gruben sind sehr wertvolle Biotope mit einer hohen Biodiversität. Denn die Dynamik des Abbaus lässt laufend temporäre Tümpel, Brachen oder Ruderalflächen entstehen, die ideale Lebensräume für bei uns selten gewordene Pflanzen und Tiere bilden. So finden sich in Tongruben gar Amphibienschutzgebiete von nationaler Bedeutung. Tongruben werden nach dem Ende des Abbaus nicht einfach aufgegeben, sondern sorgfältig rekultiviert und als Teil der Natur wieder in die Landschaft integriert.
In der Tongrube Laufen fühlen sich auch Bienen sehr wohl. Neben den bereits zahlreich vorhandenen Wildbienen, die hier ihre Brutröhren graben, leisten neu auch Honigbienen ihre wertvollen Dienste als wichtige Bestäuberinnen zahlreicher Pflanzen.

Fakten zu den Bienen
Weltweit existieren rund 20000 verschiedene Bienenarten, bei nur 9 davon handelt es sich um die völkerbildenden Honigbienen. Ein Bienenvolk besteht aus 20000 bis 40000 Bienen.
Es gibt drei verschiedene Bienenwesen: Arbeiterin, Drohne und Königin. Eine Arbeiterin lebt im Sommer nur gerade 5 bis 6 Wochen, im Winter 6 bis 7 Monate. Die Königin hat eine Lebenserwartung von 2 bis 4 Jahren, die Drohne eine von 20 bis 50 Tagen. In Spitzenzeiten legt eine Königin bis zu 2000 Eier pro Tag.
Für 1 kg Honig legen die Schweizer Bienen 100000 km zurück. Die Bienen sammeln dafür 3 kg Nektar, fliegen 100000 Mal aus und besuchen über 150 Millionen Blüten.

Letzter Ziegel eines Tagwerks – der «Fyraabig» Ziegel.
Offenbar wurde jeweils der letzte Ziegel eines Arbeitstags als Abschluss des Tagwerks mit einer Verzierung versehen. Dabei gelangten ganz unterschiedliche Motive zur Anwendung. Festgehalten wurden neben Schutzund Glückszeichen auch kurze Geschichten oder Sinnsprüche.
Ferner wurden oft auch Verträge und Rechnungen in die noch weichen Ziegeloberflächen geritzt. Allen diesen Texten und Verzierungen gemeinsam war ihr Bezug zum Alltag, zum Handwerk oder zu einer damaligen Aktualität im Leben der Ziegelbrenner.
